Die Stählerne Bruderschaft des Ödlands der Hauptstadt ist ein örtlicher Verband der Stählernen Bruderschaft des Westens, einem neo-Ritterorden, der an der Westküste aus der Asche des US-Militärs in den Jahren nach dem Großen Krieg 2077 entstand. Ziele der Organisation sind die Beseitigung der Mutanten und die Bergung sowie Bewahrung von Vorkriegs-Technik, wobei die Bruderschaft gleichzeitig danach strebt, "gefährliche" Technik unter Verschluss zu bringen. Allerdings weicht der Hauptstadt-Verband ansonsten massiv von der ursprünglichen Bruderschaft ab.
Anders als die ursprüngliche Bruderschaft des Westens arbeitet die Bruderschaft in der Hauptstadt mit Außenseitern zusammen, rekrutiert aus den örtlichen Stämmen neue Mitglieder und führte um 2277 zum Schutz der Hauptstadt einen offenen Krieg gegen die Supermutanten. Dies alles tat sie zuerst gezwungenermaßen, denn zu Beginn der Expedition unterschied sich der Verband nicht von der Bruderschaft in Kalifornien: Unter der Führung von Owyn Lyons ausgesandt und quer durch die USA gereist, um im Ödland der Hauptstadt Technologien zu bergen, verachteten die Mitglieder der Bruderschaft Mutanten ausnahmslos, hatten den gleichen religiösen Einschlag Technologie betreffend, blieben unter sich und betrachteten Außenseiter als Primitivlinge, denen man den Zugang zu fortschrittlicher Technik verwehren müsse, weil sie eh nicht damit umgehen könnten und sich früher oder später damit töten würden.
Das Auftreten der Supermutanten änderte das relativ schnell. Zahlenmäßig weit unterlegen sah sich die Bruderschaft des Ödlandes vom Hauptverband isoliert und in die Defensive gedrängt. Zwar gelang es, das Pentagon zu sichern und die darin verbliebene Technologie zu bergen, doch außerhalb ihrer Basis lauerten an jeder Ecke die Supermutanten, die auch immer wieder Angriffe auf das Pentagon selbst wagten. Diese waren der Bruderschaft zwar waffentechnisch Eins zu Eins meist unterlegen, glichen dies aber durch Masse und körperliche Widerstandsfähigkeit aus. Die Bruderschaft dagegen konnte ihre Verluste nicht ausgleichen, war in ihrer Operationsfreiheit massiv beschränkt und konnte lediglich ein Patt erzwingen.
Um dieses strategische wie taktische Problem zu lösen, entschloss sich der Älteste Owyn Lyons zu einem für die Bruderschaft radikalen Schritt: Er gab die bis dahin eisern praktizierte Selbstabgrenzung auf und rekrutierte neue Soldaten aus der örtlichen Bevölkerung. Fortan entwickelte sich die Bruderschaft des Ostens zu einer Schutztruppe für die Bewohner des Washingtoner Ödlandes. Lyons hatte die strategische Lage treffend erkannt: Isoliert vom Hauptverband, war seine Truppe auf die Unterstützung der örtlichen Siedlungen angewiesen, ohne deren Hilfe er das Patt gegen die Supermutanten nicht brechen könnte. Er kam zudem der Ansicht, er habe die Verantwortung, die Menschen im Ödland der Hauptstadt vor den Supermutanten zu schützen. Das war nicht ganz uneigennützig, denn dies sicherte der Bruderschaft Ansehen und Wohlwollen und verhinderte zudem, dass die Supermutanten beliebig Menschen entführten, um neue Supermutanten zu erschaffen. Die ursprüngliche Mission, alte Technologien zu bergen, wurde bis auf weiteres ein zweitrangiges Ziel, da sie sich gegen die Supermutanten eh nicht im geplanten Umfang durchführen ließ. Allerdings erkannten nicht alle seine Gefolgsleute diese Notwendigkeit: Der Preis für den Richtungswechsel war ein massiver Streit innerhalb der Einheit, nach dem sich ein Teil der Truppe (der sich fortan als Ausgestoßene der Bruderschaft bezeichnete) von Lyons lossagte und ihren eigenen, strikt die ursprünglichen Ziele verfolgenden Orden gründete.
2277 kam zu den Supermutanten noch die Bedrohung durch die Enklave des Ödlandes hinzu, die der Bruderschaft technisch überlegen war. Nach hartem Kampf konnte die Bruderschaft die Enklave im Ödland bezwingen und als eigenständige Fraktion ausschalten.
Nach Lyons Tod übernahm Arthur Maxson die Führung der Stählernen Bruderschaft des Ödlandes, sicherte die Kontrolle über das Ödland der Hauptstadt, baute die geschwächte Truppe erfolgreich wieder auf und machte sie stärker als je zuvor. Allerdings verlieh Maxson der Bruderschaft auch einen weitaus radikaleren und militaristischeren Schliff, als es Lyons je getan hatte und näherte sie (als Erbe des Gründers Roger Maxson) wieder der "ursprünglichen" Bruderschafts-Haltung von der Westküste an. Deutlich wird dies auch durch die Aussöhnung mit den Ausgestoßenen der Bruderschaft und deren Rückkehr in die Truppe. Unter Maxsons Führung wurde die Bruderschaft des Ostens damit zugleich aber auch wieder erheblich intoleranter, restriktiver und auch arroganter. Maxson führte sie 2287 schließlich auf einen Feldzug gegen das hochtechnisierte Commonwealth im Bereich Boston, da er er Überzeugung war, das Commonwealth stelle eine Gefahr für die Menschheit dar. Wie weit diese Ansicht von der wieder erstarkten techno-religiösen, überheblichen Sichtweise der Bruderschaft beeinflusst wurde, was den Zugriff anderer Fraktionen auf Hochtechnologie angeht, ist unbekannt.
Das weitere Schicksal der Bruderschaft des Ostens hängt von den Entscheidungen des Einzigen Überlebenden in Fallout 4 ab - je nachdem, wie dieser sich entscheidet, wird die Bruderschaft entweder zur dominanten Fraktion im Commonwealth... oder erleidet dort die verheerendste Niederlage ihrer Geschichte.